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Der Boxerwelpe Bobo ist mit einer Missbildung seiner Speiseröhre auf die Welt gekommen und braucht Hilfe beim Fressen. Das vier Monate alte Tier hat Chancen auf ein relativ normales Hundeleben. Jetzt aber ist Langmut nötig.
Bobo ist ein quietsch vergnügter Boxerwelpe von vier Monaten, kräftig zieht das kleine Muskelpaket an der Leine und beschnuppert freundlich die Pfleger vor dem Tierheim an der Siebengebirgsallee in Troisdorf. Niemand käme auf die Idee, dass der Vierbeiner schwer krank ist und den Tierschützern derzeit gehöriges Kopfzerbrechen bereitet: Denn er hat eine schwere Missbildung. Seine Speiseröhre ist abnorm erweitert, was die Nahrungsaufnahme stark erschwert. Gesucht wird daher ein erfahrener Hundehalter, der sich zutraut, den Boxer aufzunehmen und nach einer Zeit raubenden Methode zu füttern - die einzige Überlebenschance für den Rüden.
Der Boxer ist ein Fundtier, das vor einer Haustür aufgelesen und im Tierheim abgegeben wurde. Die Tierschützer brachten ihn in eine Klinik - dort stand kurze Zeit später die Diagnose fest. „Diese Speiseröhrenerweiterung ist eher selten“, erklärt die Tierärztin des Tierheims an der Siebengebirgsallee. Vor allem, wenn der Rüde große Mengen Nahrung in normaler Körperhaltung zu sich nehme, komme es zum Erbrechen. Der Magen kann nicht genug Futter auf einmal aufnehmen; es bildet sich ein Stau, so dass sich die Speiseröhre noch weiter ausdehnt - der Hund gibt den Nahrungsbrei wieder von sich.
Bobo muss daher aus einer erhöhten Position gefüttert werden, etwa aus einem Napf, der auf einem Hocker steht. Der Halter muss darauf achten, dass der Hund etwa 15 Minuten in dieser Haltung mit gestrecktem Kopf bleibt. Wichtig ist es auch, mehrmals am Tag vier bis fünf kleinere Portionen statt wenigen üppigen Mahlzeiten zu reichen und beim Schlafen für eine erhöhte Position des Oberkörpers zu sorgen.
Im Tierheim wurde der Boxer bereits an das ungewöhnliche Füttern gewöhnt. Ottens Recherchen haben zudem ergeben, dass es für solche Fälle auch einen speziellen Stuhl gibt, mit dem ein erkrankter Hund in die richtige Körperhaltung gebracht werden kann. Tierquälerei sei das Vorgehen nicht. „Das ist einfach sehr speziell“, sagt auch Geschäftsführerin Dominique Junck. „Aber wir wollen ihm ein paar zusätzliche Jahre geben.“ Otten hat sogar die vage Hoffnung, dass sich die Erweiterung in ein paar Jahren auswachsen könnte. Sie hofft jetzt auf einen erfahrenen Hundehalter mit ausreichendem Fachwissen, der bereit ist, sich des Welpen anzunehmen. Das Tierheim hat seine Unterstützung angeboten. Sollten Medikamente nötig werden, etwa magensäurebindende Mittel oder ein Vitamin-Komplex, übernimmt der Tierschutzverein die Kosten. Julia Otten mahnt aber, angesichts des gut aufgelegten Welpen nicht zu übersehen, dass es sich um ein Tier mit einer ernsten Erkrankung handelt. Vom Charakter her dürfte er gute Chancen auf ein relativ normales Hundeleben haben. „Der macht das super mit“, versichert die Tierärztin. (Quelle: Rhein-Sieg Anzeiger, Foto: Tierheim Troisdorf)
Zur Zeit lebt Bodo in einer privaten Pflegestelle. Sollten Sie ernsthaftes Interesse an Bodo haben, so bitten um Kontaktaufnahme. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis e. V.
Tierheim Troisdorf
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